„Die Zeit ist reif“ oder „Vom richtigen Augenblick“ – Rücktritt als Obmann des Roseggerbundes Waldheimat

Adventgala 42

Foto: Josef Polansky

Nach 30-jähriger Obmannschaft ist für mich nach reiflicher Überlegung der Zeitpunkt gekommen, das Amt des Obmannes bei der Mitgliederversammlung am 8. März dieses Jahres zurückzulegen und den Weg für einen Generationswechsel zu ebnen, was meine Person betrifft.
Ich hätte mir nie gedacht, dass ich so lange Obmann dieses literarischen Kulturvereines sein werde, der bei den Menschen in Krieglach und darüber hinaus sowie auch bei den Behörden wie Gemeinde, Bezirk und Land sowie auch bei der Presse eine hohe Akzeptanz und ein gewisses Ansehen genießt.

Kultur – und da besonders die Literatur – ist mein „Leben“. Ich persönlich habe viel und mit großer Freude daran gearbeitet, das Werk Peter Roseggers lebendig zu erhalten und damit versucht, die Person des Dichters vor der Vergessenheit zu bewahren. Dabei wurde ich von den jeweiligen Vorstandsmitgliedern nach Maßgabe ihrer Möglichkeiten tatkräftig unterstützt. Ich habe das alles bis zum heutigen Tag sehr gern gemacht.

Nun aber will ich von der operativen Arbeit entbunden sein. Ich bin 71 Jahre alt und freue mich auf die kommenden Jahre, ohne in das Joch von Verpflichtungen gespannt zu sein. Familiäre Gegebenheiten und die Wahrung persönlicher Interessen und Vorhaben sind weitere wichtige Gründe für meinen Schritt. Man wird nicht jünger…! Leben ist Veränderung. Man muss auch etwas abschließen können.

Dabei ist es mir sehr wichtig, daran mitzuwirken, ein neues motiviertes Team auf die Beine zu stellen. Der Roseggerbund muss seine Verpflichtungen, die er sich in seinen Statuten auferlegt hat, weiterhin nach Kräften und mit Augenmaß und Hausverstand wahrnehmen. Ich habe den RB immer in erster Linie als literarische Vereinigung und/oder Gesellschaft gesehen. Deshalb ist es wichtig und zielführend, eine Persönlichkeit zu finden, die diesen Ansprüchen gerecht wird.

Ich habe seit Herbst viele Gespräche mit Personen hinsichtlich einer Mitarbeit im RB geführt und bin auch in dankenswerter Weise bei einigen auf offene Ohren gestoßen. Leider haben viele abgelehnt. Vom bestehenden Vorstand werden einige Personen in Gremium verbleiben. Obmann will keiner werden. Aber ich bin fündig geworden. Ist eine Überraschung:
Ein Mensch, der selbst Literat ist, schon etliche Bücher verfasst hat – 2018 zwei über die Waldheimat und Rosegger – und der aus der Region stammt, ist FRANZ PREITLER.

Herr Preitler ist meines Erachtens die geeignete Galionsfigur an der Spitze des Roseggerbundes, die den Verein in die Zukunft führen kann und wird. Er hat zugesagt, sich bei der Mitgliederversammlung am 8. März der Wahl zum Obmann zu stellen. Er ist als anerkannter Literat, der sich noch dazu auch mit Rosegger profiliert hat, der ideale Mann für die genannte und beschriebene Führungsposition.

Ich habe euch, liebe Mitglieder, schon bei mancher Veranstaltung „liebe Roseggerfamilie“ genannt und als solche begrüßt. Heute ist es mir ein besonderes Bedürfnis, euch wieder so zu nennen. Wir sind durch die Jahre zusammengewachsen als Menschen, die sich gut verstehen und die Zielsetzungen des Roseggerbundes unterstützen. Dafür sei euch herzlicher Dank gesagt. Fördert den RB weiterhin durch eure Mitgliedschaft, damit nicht die „Asche“, sondern „die Glut weitergetragen“ wird.
Ich lade euch ein, zahlreich zur Mitgliederversammlung am 8. März ins VAZ Krieglach zu kommen, um den neuen Vorstand zu wählen.

Abschließend möchte ich ein mehrfaches DANKE sagen: in erster Linie euch, liebe Mitglieder, für eure Unterstützung und den Besuch der Veranstaltungen; den vielen Wissenschaftlern und Künstlern (besonders Felix Mitterer), die beim RB referiert haben bzw. aufgetreten sind; der Marktgemeinde Krieglach (den Bürgermeistern Ökonomierat Jakob Schrittwieser und Frau DI Regina Schrittwieser) für die Unterstützung und gute Zusammenarbeit; der röm.-katholischen Pfarre Krieglach; der evangelischen Pfarrgemeinde AB und HB im Mürztal, der Bezirkshauptmannschaft Bruck-Mürzzuschlag, den Nachbargemeinden Langenwang und St. Kathrein am Hauenstein, der Presse für die stets wohlwollende Berichterstattung, dem Universalmuseum Joanneum, der Steiermärkischen Landesbibliothek, der Volkskultur Steiermark Ges.m.b.H. unter Frau Dr. Monika Primas und Frau Mag. Eva Heizmann  und nicht zuletzt dem Land Steiermark mit den Landeshauptleuten Josef Krainer, Waltraud Klasnic, Franz Voves und Hermann Schützenhöfer.

Möge der Roseggerbund Waldheimat weiterhin fruchtbar wirken, um das Andenken an den Poeten der Waldheimat hochzuhalten. Ich grüße euch als scheidender Obmann mit dem Roseggerwort:
„Man kann die Zeit festhalten, wenn man sie in Tat umsetzt.
In der Gestalt eines geschaffenen Werkes umgibt
die Zeit des Großvaters noch den Enkel.“

Ich wünsche dem Roseggerbund, seinen Mitgliedern  und allen seinen jetzigen und künftigen Funktionsträgern eine glückliche und erfolgreiche Zukunft!

Euer
Johann Reischl