Mitgliederversammlung 2018

Mitgliederversammlung des Roseggerbundes Waldheimat am 2. März 2018

Obmann Johann Reischl eröffnete um 19.30 Uhr im VAZ Krieglach die Versammlung und begrüßt die anwesenden Mitglieder. Einen besonderen Willkommensgruß entbot er Frau Bürgermeister DI Regina Schrittwieser, Frau Bundesrätin a. d. Grete Pirchegger, Herrn Josef Graßmugg (Vorsitzender des Europa-Literaturkreises Kapfenberg), Frau Sieglinde und Herrn Peter Rossegger (Stanzer Sonnenweg), Herrn Leo Hainzl (bildender Krieglacher Künstler) und Herrn Sepp Maier (Mundartdichter aus Pernegg).
Weiters hieß er den Referenten des Abends, Herrn Mag. Karlheinz Wirnsberger vom Universalmuseum Joanneum, herzlich willkommen.

Totengedenken: Seit der letzten Mitgliederversammlung sind folgende Mitglieder verstorben und Obmann J. Reischl verlas die Namen mit dem Zusatz eines ehrenden Gedenkens: Gertrud Rigler, Anton Pazak, Margaretha Rosegger, Ivo Psenner, Kurt Masutti, Dr. Josef Plösch, Veronika Seidl, Franz Schrittwieser, Elisabeth Laurin, Maria Ochnitzberger und Hermine Fink.

Dann folgte eine Diaschau über die Veranstaltungen des vergangenen Vereinsjahres 2017.
Hans Paller und Matthias Täubl lasen zu den Fotos von Jakob Hiller u.a. einen von Obmann Reischl verfassten Bericht über 14 Veranstaltungen (6 davon in der Roseggerwoche), darunter 1 Theaterfahrt zum Brandluckner Huabntheater, 1 Kulturreise nach Graz; 1 Lesung in Turnau).

„Museen in den Regionen – Kulturgut und/oder touristische Notwendigkeit?
Das Jagd- und Landwirtschaftsmuseum in Schloss Stainz und die Roseggergedenkstätten in Krieglach und Alpl
Zu diesem Thema hielt Herr Mag. Karlheinz Wirnsberger, der Leiter der genannten Museen des Universalmuseums Joanneum einen interessanten Vortrag mit Lichtbildern

Mag. Wirnsberger stammt aus der Weststeiermark und ist in Graz aufgewachsen. Seit dem Jahr 2000 ist sein Arbeitsplatz im wundervollen historischen Schloss Stainz, einem Augustiner-Chorherrenstift aus dem 13. Jhdt.

Im Schloss Stainz befinden sich ca. 2700 m² Ausstellungsfläche, ca. 2000 m² Depot, ca. 500 m² Werkstätten und Archiv sowie 1,5 ha Freifläche.

Herr Mag. Wirnsberger widmete seinen Vortrag drei Kulturgütern des Universal-museums Joanneum: Dem Jagd- und Landwirtschaftsmuseum Schloss Stainz, dem Rosegger-Geburtshaus am Alpl und dem Rosegger-Museum in Krieglach.

Mag. Wirnsberger betonte, dass Schloss Stainz, obgleich Jagd- und Landwirt-schaftsmuseum, keinesfalls eine Trophäenschau ist. Es gibt nur etwa 30 Trophäen. Vielmehr ist es Österreichs größtes Jagdmuseum mit einer Vielzahl von historischen Waffen, Geräten und prachtvollen Kunstwerken, die erkennen lassen, wie sehr die Jagd in der Kultur verankert war und ist.

Im Museum sind äußerst interessante Highlights zu besichtigen, wie z.B. eine Armbrust aus dem 16. Jhdt. oder Originalschuhe von Erzherzog Johann.

In der Ausstellung „Jagd und Kunst“ bestaunt man wundervolle Gemälde von Johann G. Hamilton in beachtlicher Größe von 3x5m. Aber auch Trinkhörner, Jagdmesser, ein Pulverhorn aus gepresstem Rinderhorn aus dem 18. Jhdt. – Dinge aus Jagd und Alltag. Zu sehen auch Wildererwaffen mit „Staubsaugerrohr“.

Zum Geburtshaus Peter Roseggers erfuhren wir, dass es im heurigen Rosegger-Jubiläumsjahr eine Digitalisierung des Fotoarchivs von Franz Josef Böhm zu sehen gibt. Böhm, Mürzzuschlager und Fotograf, lebte von 1874 bis 1938 und war der Einzige, der Rosegger fotografieren durfte.

Es sind ca. 3000 Bilder bzw. Glasplatten vorhanden. So ist z. B. auf einem Foto aus dieser Zeit zu erkennen, dass das Geburtshaus früher mit einer Dachdeckung aus Brettern ausgeführt war, heute aber eine Schindeldachdeckung aufweist.

Von dem Aussichtsturm aus Holz am Alpl, auf einem Foto festgehalten, stehen heute nur mehr die Fundamente. Diese und viele weitere interessante und unbekannte Details sind auf erwähnten Glasplatten für die Besucher zugänglich gemacht worden.

Zum Rosegger-Museum in Krieglach erfuhren wir, dass der gestaltete Zugang bzw. betonierte Weg zum Eingang des Museums einem Weg nachgestaltet wurde, der auf einem Lageplan mit Hausgrundriss, gezeichnet von Peter Rosegger, dargestellt ist. Auf dem Plan verlief der Gehweg zum Hauseingang in geschwungener Form durch den Garten. Hinsichtlich der Anforderung auf Barrierefreiheit konnte dieser natürlich nur in gerader bzw. Zickzackform entsprechend Normvorgaben ausgeführt werden.

Ein Highlight im Museum ist z. B. eine Flasche „Augsburger Lebensessenz“, eine Universalmedizin, die bereits 1762 auf dem Markt gekommen ist und die sich Peter Rosegger hat kommen lassen.

Auch wurde die auf dem Dachboden gelagerte Garderobe, die von der Architektin Maria Herberger im Jahr 1875 extra für Rosegger entworfen und angefertigt wurde, wieder aufgestellt.

Peter Rosegger war fasziniert vom technischen Fortschritt seiner Zeit, sah diesen Fortschritt jedoch kritisch und verbunden mit zunehmender Umweltverschmutzung. Der Ausstoß der Schlote der Industrie in Hönigsberg war für ihn mit einem unguten Gefühl der Gefährdung der Natur verbunden.

Bereits 1914 stellte er die Frage: „Wem gehört der Großglockner?“ Es war die Rede von Naturgemeingut und Naturschutzpark. Heute ist das gesamte Gebiet Nationalpark. In diesem Sinne, Peter Rosegger aus einem anderen Blickwinkel betrachtet, präsentiert sich im Jubiläumsjahr das Rosegger-Museum.

Das Museum ist im Jubiläumsjahr auch Sonntags geöffnet.

Wir freuen uns schon auf unseren Ausflug im Oktober 2018 ins Museum Schloss Stainz. Herr Mag. Wirnsberger hat uns mit seinem interessanten Vortrag reichlich „Gusto“ gemacht.

Obmann Johann Reischl stellte daraufhin das Jahresprogramm des Roseggerbundes im Roseggerjubiläumsjahr 2018 vor, das jedes Mitglied bereits mit der Post erhalten hatte.
Besonders würdigte er, dass die Marktgemeinde Krieglach als Veranstalter wiederum nach 2013 die Roseggerfestspiele veranstaltet. Im Juli und August werden 10 Aufführungen von „Jakob der Letzte“ von Peter Rosegger in der Dramatisierung von Felix Mitterer im VAZ gegeben.

Mitgliederstand: 449 Mitglieder in Österreich, 7 Mitglieder im Ausland, insgesamt: 456. Im Jahr 2017 wurden 10 Mitglieder aufgenommen. Es mussten 28 Streichungen vorgenommen werden (Todesfall, Austritt, Streichung wegen wiederholter Nichtleistung des Mitgliedsbeitrages).
Der Obmann dankte den Mitgliedern für ihren Beitrag und so manche Spende und auch für den Besuch der Veranstaltungen.

Versammlungen: Im Jahr 2017 fanden 1 Mitgliederversammlung, 4 Vorstandssitzungen und einige Besprechungen im kleineren Kreis statt.

Die Vereinszeitung „Federstiel“ erschien mit 4 Ausgaben. Sie erfreut sich großer Beliebtheit, wie die vielen positiven Rückmeldungen zeigen.

Obmann Reischl verweist auf die Homepage des Roseggerbundes (www.roseggerbund.at) und spricht die Einladung aus, die HP zu „besuchen“. Es besteht auch die Möglichkeit, online auf der Homepage Mitglied zu werden, wovon erfreulicherweise auch Gebrauch gemacht wird. Bis Ende Mai ist geplant, eine neue Homepage mit benutzerfreundlicherer Oberfläche zu erstellen.

Kassabericht: Die Kassierin, Frau Helga Held, bringt einen übersichtlichen Kassabericht mit positiven Zahlen über das Vereinsjahr 2017. Herr Regierungsrat Gernot Bartelme und Frau Leopoldine Fuchs haben die Kasse geprüft und bestens geführt für in Ordnung befunden.
Frau Fuchs stellt den Antrag, die Kassierin und den Vereinsvorstand zu entlasten und lässt darüber abstimmen. Der Antrag wurde von der Mitgliederversammlung einstimmig angenommen. Somit ist der Vorstand für das Vereinsjahr 2017 entlastet.
Obmann Reischl dankt den Kassaprüfern für ihre verantwortungsvolle Tätigkeit und auch den Vorstandsmitgliedern für Ihre Arbeit.

Einen herzlichen Dank sprach Obmann Reischl auch der Marktgemeinde Krieglach und besonders Frau Bürgermeister DI Schrittwieser aus: für die jährliche Subvention von € 3000,–, die kostenlosen Postwürfe und Kopien, die Übernahme von Saalkosten bei gemeinsamen Veranstaltungen mit dem Kulturreferat, die Nutzung der Vereinsräumlichkeiten im alten Gemeindehaus, die Hilfestellung bei Transporten und für die gute, rasche und unkomplizierte Zusammenarbeit.

Obmann Johann Reischl ersuchte Frau Bürgermeister DI Regina Schrittwieser um ihre Grußworte. Frau Bgm. Regina Schrittwieser dankte Herrn Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer, auf dessen Einladung Vertreter der Marktgemeinde Krieglach und des Roseggerbundes am 07. Februar 2018 zur Auftaktveranstaltung anlässlich des Gedenkjahres #rosegger 2018 in die Aula der Alten Universität in Graz eingeladen waren und im Anschluss bereits die Ausstellung „Peter Rosegger. Waldheimat und Weltwandel“ im Museum für Geschichte besuchen durften.

Frau Bürgermeister dankte weiters Herrn Mag. Wirnsberger für die Zusammenarbeit und interessanten Informationen sowie dem Roseggerbund für die Arbeit grundsätzlich und vor allem im heurigen Roseggerjahr.

Sieerwähnte, dass die Idee für die Rosegger-Festspiele von unserem Obmann Johann Reischl stammt bzw. er die Wiege für die Roseggerfestspiele legte.

Obmann Hans Reischl hat den anwesenden Mundartdichter Sepp Maier aus Pernegg kurz vor Beginn der Sitzung gebeten, eine kurze Dichtung über Rosegger darzubieten.

Es war einfach köstlich, wie Sepp Maier aus dem Stehgreif und ohne Vorbereitung den Lebenslauf Roseggers in unterhaltsamer und dichterischer Weise, in Mundart vorgetragen, zum Besten gab mit einem kleinen Witz als Saalzugabe. Vielen Dank an Sepp Maier für die wundervolle, inhaltsreiche und unterhaltsame Darbietung.

Die Mitgliederversammlung klang dann noch bei einem Glas Wein und vielen Gesprächen gemütlich aus.

Anke Ackermann

 

 

 

Advertisements